Wissenswertes aus dem Nachbarrecht

Wichtige Bestimmungen

Da nunmehr wieder die Zeit der Anpflanzung und Gartengestaltung gekommen ist, möchten wir an dieser Stelle auf einige wichtige Bestimmungen aus dem Nachbarrecht hinweisen.

Vorweg machen wir jedoch darauf aufmerksam, dass die nachfolgenden Vorschriften nicht gegenüber öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen gelten. Hier sind andere Bestimmungen zu beachten, die sich aus dem Bebauungsplan ergeben können.

 

1.   Gegenüber Grundstücken, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, ist mit

      sogenannten toten Einfriedungen - außer Drahtzäune und Schranken - ein Grenzabstand

      entsprechend der Mehrhöhe einzuhalten, die über 1,50 m hinausgeht. Bis zu einer Höhe

      von 1,50 m darf deshalb eine derartige Einfriedung direkt an die Grenze gebaut

      werden.

      Gegenüber landwirtschaftlich genutzten Grundstücken sind größere Abstände einzu-

      halten, auf die jedoch hier nicht eingegangen wird.

2.   Mit Hecken ist gegenüber allen Nachbargrundstücken ein Abstand einzuhalten. Hecken

      bis zu 1,80 m Höhe müssen 0,50 m, höhere Hecken 0,50 m zuzüglich der über 1,80 m

      hinausreichenden Höhe zur Grenze einhalten. Der Abstand wird ab der Mittelachse

      der der Grenze nächsten Stämme bei deren Austritt aus dem Boden gemessen,

      so dass bei der Pflanzung bereits die Höhe der Hecke bestimmt wird. Der Besitzer

      der Hecke ist zur Verkürzung und zum Zurückschneiden der Zweige bis zur Hälfte des

      vorgeschriebenen Abstands verpflichtet, jedoch nicht in der Zeit vom 01. März bis

      30. September.

3.   Mit Spaliervorrichtungen, die eine flächenartige Ausdehnung des Wachstums der

      Pflanzen bezwecken, muss gegenüber Grundstücken in Innerortslage bis zu 1,80 m

      Höhe kein Abstand und mit höheren Spalieren ein Abstand entsprechend der Mehrhöhe

      eingehalten werden.

4.   Bei der Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und anderen Gehölzen sind folgende

      Grenzabstände einzuhalten:

        I.  a)   mit Beerenobststräuchern und -stämmen, Rosen, Ziersträuchern und sonstigen

                  artgemäß kleinen Gehölzen sowie mit Rebstöcken außerhalb eines Wein-

                  berges, 0,50 m.

            b)   mit Baumschul- und Weihnachtsbaumkulturen sowie mit Weidenpflanzungen,

                  die jährlich genutzt werden, 1 m;

                  die Gehölze dürfen die Höhe von 1,80 m nicht überschreiten, es sei denn,

                  dass der Abstand nach Nummer II eingehalten wird.

       II.  mit Kernobst- und Steinobstbäumen auf schwachen und mittelstark wachsenden

            Unterlagen und anderen Gehölzen artgemäß ähnlicher Ausdehnung, mit Baumschul-

            und Weihnachtsbaumkulturen, soweit nicht in Nummer I aufgeführt, mit Forstsamen-

            plantagen sowie mit Weidenpflanzungen, die nicht jährlich genutzt werden, 2 m;

            die Gehölze dürfen die Höhe von 4 m nicht überschreiten, es sei denn, dass der

            Abstand nach Nummer II eingehalten wird.

      III.  Mit Obstbäumen, soweit sie nicht in Nummer II oder IV genannt sind, 3 m.

      IV.  a)   Mit artgemäß mittelgroßen oder schmalen Bäumen wie Birken, Blaufichten,

                  Ebereschen, Erlen, Robinien (Akazien), Salweiden, Serbische Fichten,

                  Thujen, Weißbuchen, Weißdornen oder deren Veredelungen, Zieräpfeln,

                  Zierkirschen, Zierpflaumen und andere Gehölze artgemäß ähnlicher Aus-

                  dehnung sowie

            b)   mit Obstbäumen auf stark wachsenden Unterlagen und veredelten Walnuss-

                  bäumen 4 m.

       V.  mit großwüchsigen Arten von Ahornen, Buchen, Eichen, Eschen, Kastanien, Linden,

            Nadelbäumen, Pappeln, Plantagen, unveredelten Walnuss-Säumlingsbäumen

            sowie mit anderen Bäumen artgemäß ähnlicher Ausdehnung 8 m.

            Die Abstände nach Nummer II und IV Buchstabe a) ermäßigen sich gegenüber

            Grundstücken in Innerortslage auf die Hälfte. Dies gilt nicht für Baumschul- und

            Weihnachtsbaumkulturen, Forstsamenplantagen sowie für geschlossene Bestände

            mit mehr als drei der in Nummer II bis IV Buchstabe a) angeführten Gehölze.

            Einzeln stehende großwüchsige Bäume, ausgenommen Nadelbäume, dürfen

            gegenüber von 6 m gepflanzt werden.

            Der Besitzer eines Gehölzes, das die nach Nummer I und II zulässige Höhe

            überschritten hat, ist zur Verkürzung verpflichtet, jedoch nicht in der Zeit vom

            01. März bis 30. September.